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Editorial

Sonntag, 10. Mai 2020, 15:05 Uhr, digitaler Schreibtisch 

Rückblick

Traditionell mache ich mich bei einem Cappuccino an die beiden letzten Seiten des Platzhirsch. 

131 Tage ist es her, dass wir von 2019 auf 2020 gerutscht sind. Verbunden mit der Entscheidung, den Platzhirsch aus dem Zeitschriftenhandel zurückzuziehen. Wir tauschen den Erlös von 1.500 verkauften Exemplaren gegen die Möglichkeit, den PLATZHIRSCH auch digital zu verteilen. Keine Limits bei der Reichweite. Keine Limitierung des Zugangs. Wir rollen den Platzhirsch #3 ohne Bezahlschranke für die Leserinnen und Leser aus – verbunden mit dem Appell, ihn hemmungslos zu teilen.

Covid-19

Fünf Buchstaben, zwei Ziffern … was für eine Nummer, oder? Ein biologischer Virus als Evolutionsbeschleuniger – wer hätte das gedacht? 

„Was wir erleben, ist keine digitale Transformation – es ist die digitale Evolution auf Speed“, so schrieb es Tobias Spörer in seinem Artikel.

www.absatzwirtschaft.de/digitale-transformation-nein-digitale-evolution-auf-speed-171573/

Vor 56 Tagen haben all unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Herausforderung Home-Office mit uns angenommen. Wir haben auf Distanz unseren gesamten Verlag inklusive seiner drei Magazinprojekte digitalisiert (siehe „Radikal digital“, S. 14). Wir haben zum 16.03.2020 jegliche Akquise für den PLATZHIRSCH #3 eingestellt. Statt den Menschen im Ausnahmezustand auf den Keks zu gehen, haben wir uns auf Kampagnen konzentriert, uns alle in die stabile Seitenlage zu bringen und zu halten. „Buy Local“ wurde zu unserem Dogma. Die Unterstützung der Gastronomie, unserer Partner der EVENTGARDE liegt uns am Herzen und wird den PLATZHIRSCH #4 mitdominieren.

Status Quo 

Gerne greifen wir die Worte von Andreas Brill auf: „Die Chaos-Phase ist vorbei. Wir müssen in die Normalität des Ausnahmezustands kommen.“ 

Wir bedanken uns bei allen Partnern in dieser Ausgabe für den vertrauensvollen Austausch und die gegenseitige Rücksichtnahme, was z.B. die Zeitleisten angeht. Letztendlich sind 152 Seiten daraus gewachsen – 27% mehr als im Platzhirsch #2 – getreu unserem Motto „Gehe keinen Meter zurück, allenfalls um Anlauf zu nehmen“. 

Im Special „Nur 48 Stunden“ haben wir mit unserer Vision einer Advertorial-Melange gespielt – dem Zusammenspiel unterschiedlicher Werbepartner in einer in sich geschlossenen Story. In diesem Zusammenhang haben wir erfahren dürfen, dass es potenzielle Partner jenseits unserer Region gibt, die den PLATZHIRSCH nebst seinem Revier und den darin beheimateten Zielkundinnen und -kunden sehr spannend finden und aufmerksam verfolgen. 

Bilanz

Gestern Abend habe ich diese Ausgabe auf dem iPad an meinen Augen vorbeigewischt. Es sind schon ziemlich viele QR-Codes enthalten, die die Gesamtoptik unterbrechen. Andersherum ist es für die Liebhaber des analogen PLATZHIRSCH eine schöne Möglichkeit, den analogen Lesefluss mit kleinen, digitalen Seitensprüngen zu unterbrechen. Somit gilt: Funktionalität vor Design – der Zweck heiligt die Mittel. 

Auf Seite 13 haben wir deutlich gemacht, dass „business-unplugged“ möglicherweise die prägendste Facette unseres noch jungen Magazinprojektes ist.
„Hetkamp-unplugged“ unterstreicht abermals, was wir damit meinen … wie wichtig uns diese Andersartigkeit ist. Von daher kannst du lieber Helmut Ackmann, kaum ermessen, wie wichtig uns dein wertschätzendes Feedback und die nahezu unkorrigierte Freigabe eures Artikels war. Merci an dich persönlich, stellvertretend für alle, die uns ähnlich ehrlich und ungeschminkt über sich berichten lassen.

Ausblick

Alle „müsste man mal machen“-Punkte unserer vorgedachten, digitalen Transformation wurden zu „Must-do’s“ in unserer MÜ12-Task-Force. In einer Mischung aus zwangsentschleunigt und konzentriert-engagiert haben wir gemeinsam diese Challenge in den zurückliegenden 56 Tagen angenommen und gemeistert.

Merci an unsere Heldinnen und Helden in ihren Home-Offices. 

Merci auch an Tom Solid, mit dem wir den PLATZHIRSCH als digitales WorkMag weiterentwickelt haben (mehr dazu im PLATZHIRSCH #4). Merci auch an unsere digitalen Gefährten Mario Dönnebrink und Benedikt Kisner, die uns einen Teil ihrer Zeit geschenkt haben, um ihre Sicht zur Weiterentwicklung des digitalen Platzhirsch mit uns zu teilen. Ihr seht, wir haben die Zeit genutzt, um uns für die Zeit nach Covid-19 aufzustellen. 

Wir werden weiterhin konsequent Geschichten erzählen … mit Texten, die anders sind … und Bilderwelten, die das Geschriebene visuell untermauern. Alles zielt darauf ab Unternehmen authentisch darzustellen. Eine Sichtbarkeit, mit der man sich wohlfühlt, und eine gezielte Verteilung an die Menschen, die das wissen sollten – Print & Digital.

In diesem Sinne, eure Herausgeber 

Kirsten & Roland Buß